Pink Occur­rence
 

Inter­aktive Nebel­skulptur am Ufer der Nowa Motlawa, Stare Dolni in Gdansk/PL. Konzipiert 2012 im Rahmen des Wettbe­werbs Outdoor Gallery of the City of Gdańsk für das Łaźnia Centre for Contem­porary Art. Real­isierung 2018 geplant.

Eine dichte, rosa Nebel­wolke mit einem Umfang von etwa 500 x 300 x 200 cm wird auf einer Terrasse am Ufer der Nowa Motlawa neben der Torun­ska Brücke inter­aktiv ausgelöst. Passanten, die die Brücke in östlicher Richtung über­queren und damit den Stadtteil Dolne Miasto betreten, lösen über Bewe­gungsmelder die Bildung einer solchen Wolke auf einer der alten Stein­ter­rassen aus. Jedoch löst nicht jeder Passant gleicher­maßen eine Wolke aus: ein Algo­ry­thmus bricht den Automa­tismus und lässt die Auslösung launisch erscheinen. Nach etwa einer Minute löst sich der Nebel wieder auf und verfliegt. Ein in den Belag einge­lassenes System aus Nebeldüsen produziert den sehr feinen Wassernebel, der zusät­zlich von roten, in den Boden einge­lassenen Schein­werfern illu­miniert wird. Den Stadtteil Dolne Miasto bildet eine Halbinsel, die von Wasser­läufen, Bastionen aus dem 17. Jahrhundert, dem Fluss Nowa Motlawa und durch eine Schnell­straße im Norden begrenzt wird. Eine Unter­führung unter der Schnell­straße und die zweis­purige Torunska-Brücke bilden die Hauptzugänge zu dem Stadtteil. Es sind keine breiten Straßen, sondern eher an Schle­ichwege erin­nernde Zugänge, die nach Dolne Miasto führen. Goldberg vergleicht diese Zugänge mit Hintertüren. Diese werden in der Regel nur von Eingeweihten, von Bedi­en­steten oder Freunden der Familie genutzt. Als solche haben sie einen privaten Charakter. Diesen privaten Charakter aufgreifend, heißt Thorsten Goldberg dieBe­sucher mit einer persön­lichen Geste willkommen: Eine Nebel­wolke, die in ihrer rosa Künstlichkeit an Zuck­er­watte erinnert, steigt am Flus­sufer auf. Das uner­wartete Auslösen dieses auch aus der Ferne sicht­baren Signals ruft Irri­tation hervor und markiert zugleich den unschein­baren Ort.