53°30′
 

Eine Samm­lung von fünf topografis­chen Modellen verschiedener Gebirgs­land­schaften der Welt, die sich auf derselben geografis­chen Breite wie die Stadt Edmonton in Kanada befinden. Die Modelle wurden aus verschweißten Edel­stahldreiecken hergestellt und aufrecht­ste­hend oben an die Aufbauten des Neubaus der North East Transit Garage ange­bracht. Die dazuge­hörigen geografis­chen Längen sind an den West-Seiten der Aufbauten ange­bracht.
5 Gebirgsmod­elle, je 7 x 7 m im Maßstab 1:1.000 - 1:3.000: Mount Chown in Alberta / Kanada; Mount Okmok auf den Aleuten in Alaska / USA; Zhupanovsky Krater in Kamchatka / Russische Föder­a­tion; Da Hinggan Range bei Dacao­di­anzi, Heilongjiang Shen, Mongolia / China und Mweel­reah in der Provinz Connacht / Irland. Fertig­stel­lung Sommer 2020.

Die Reihung der Gebirgs­land­schaften oben auf dem Gebäude erzählt von einer gedanklichen Reise entlang des 53. Breit­en­grades einmal um den gesamten Erdball herum: Wo kämen wir hin, wenn wir schnurg­erade in eine Rich­tung gingen, nicht anhalten und niemals abbiegen würden?
Das strikte Folgen auf den Pfaden eines Breit­en­grades in Rich­tung Westen bezieht sich nicht nur auf das allseits beliebte Spiel, einen Globus in Rota­tion zu versetzen und dann mit Span­nung zu erwarten, auf welchen Ort der Finger weisen wird, wenn die Welt zum Still­stand kommt – es wird auch eine historische Paral­lele gezogen: Hangelten sich doch die Reisenden und großen Seefahrer früherer Jahrhun­derte möglichst entlang eines Breit­en­grades in Rich­tung Westen, da sich anhand des Sonnen­standes die geografische Höhe, auf der man sich parallel zum Äquator um die Erde bewegte, relativ leicht bestimmen ließ. Der Zug entlang der Breit­en­grade war aber nicht nur dem Drang nach besserem Verständnis der Erde, sondern zugleich der Verheißung geschuldet, dabei auf ein bisher unbekan­ntes, jedoch als exis­tent angenommenes paradiesis­ches Land zu stoßen. Der Zug nach Westen ist in dieser weiten Gegend in Kanada noch heute ablesbar.

Auftraggeber: City of Edmonton, Edmonton Arts Council
Fertig­stel­lung 2020
Fotos: Thorsten Gold­berg